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Weihnacht 1973
Wer will es Dir heute noch glauben, Christ,
daß du unseretwegen geboren bist,
gebunden in Raum und Zeit ?
Du warst Josephs Sohn und der Jungfer Marie,
geschlagen mit Schande gingen sie,
und der Weg war nach Bethlehem weit.
Die Knaben in Nazareth haben gelacht,
weil du ihre Spiele nicht mitgemacht,
ihre Witze und ihr Geschrei.
Sie nannten dich einen Hurensohn
und du trugst schon damals die Dornenkron
und gingst stumman ihnen vorbei.
Dich tröstet kein Weib, deiner wartet kein Kind,
du gehst dahin, wo die Elenden sind,
und gibst ihnen Brot und Wein,
und spürst schon die Male an deiner Hand
und fühlst schon die Striemen unterm Gewand
und bist so sehr allein.
Und wissend in all das Dunkel hinein,
des Leibes Marter, der Seele Pein
und der Gottesferne Nacht,
und wirst zuletzt am Kreuz noch froh,
denn, was begonnen auf Heu und auf Stroh,
das ist nun endlich vollbracht.
Wer will es Dir heute noch glauben, Christ,
daß du unseretwegen geboren bist,
gebunden in Raum und Zeit ?
Wir können dich immer noch nicht verstehn
und wenige wagen es, mit dir zu gehn,
doch du bist für alle bereit.
1973
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